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Felsen und Schutthalden stellen als waldfreie Biotope einen
Lebensraum mit einer ganz besonderen Pflanzen- und Tierwelt dar. In den
Mittelgebirgen gehören diese Lebensräume zu den seltenen und
geschützten Biotopen. Große Felsen wie der Schaufelsen sind
wertvolle Refugien für Pflanzen und Tierarten, die auf offene, steinige
Standorte angewiesen sind.
Mikroklima und Boden
Offene Felsbildungen besitzen ein eigenes Mikroklima. Die Temperaturen
auf der Gesteinsoberfläche können im Jahresverlauf zwischen
-20° und +60° Celsius schwanken. Kälte, Hitze, Trockenheit,
Wassermangel und Frost- und Hitzesprengung sind die Folgen. Im steilen
Gelände verhindern Gesteinsabtragung und Erosion die Bodenbildung.
Nur an wenigen günstigen Stellen können dünne Rohböden
entstehen. Die Vegetationsdecke bleibt deshalb lückig. Bäume
und Sträucher haben, abgesehen von Randbereichen, meist keine Überlebenschance
am Felsen.
Kleinlebensräume
Felsökosysteme zeigen eine große Standortvielfalt. Felsfuß,
Felswand, Felskopf und Felsplateaus sind Teillebensräume im Ökosystem
Fels. Hinzu kommen an den Kalkfelsen der Schwäbischen Alb vielfältige
Strukturen wie Risse, Spalten, Löcher, Absätze, Überhänge
und Nischen. Auf engem Raum ändern sich Exposition, Beschattung,
Feuchtigkeit, Zerklüftung und Bodenauflage. So entsteht ein buntes
Mosaik verschiedener Kleinlebensräume.
Seltene Spezialisten
Die extremen Lebensbedingungen ermöglichen nur Pflanzen und Tieren
mit ausgeklügelten Überlebensstrategien eine erfolgreiche und
dauerhafte Besiedelung der Felsen. An den Kalkfelsen im Oberen Donautal
finden sich zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, deren Hauptverbreitung
in den Alpen liegt. Die kleinen, isolierten Vorkommen sind meist Relikte
aus vergangenen Klimaepochen, z.B. der Eiszeit.
Schutz der Felsen
Das baden-württembergische Naturschutzgesetz erklärt alle Felsen
generell zu "besonders geschützten Biotopen". Viele Felsen,
darunter die meisten Kletterfelsen des Landes und auch der Schaufelsen,
liegen in NATURA 2000-Gebieten. Zahlreiche Vertreter der Felsflora und
-Fauna werden in den "Roten Listen" der gefährdeten Tier
- und Pflanzenarten geführt.
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